|
Seite ist in Bearbeitung
28. BAUMARKT-STRUKTURUNTERSUCHUNG DER GEMABA:
AUCH 2009 GERINGER BESTANDSRÜCKGANG BEI FLÄCHENWACHSTUM
Methodische Vorbemerkungen
Der nachfolgenden Kommentierung der Branchenentwicklung des Jahres 2009 seien zunächst einige methodische und definitorische Anmerkungen vorangestellt, die die Interpretation des Datenmaterials verdeutlichen sollen. Die im "Lenkungsausschuß Branchenzahlen" des BHB Bundesverbands deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte, Köln, vertretenen Marktanalysten (außer der gemaba auch GfK Retail & Technology - GfK RT - Nürnberg und BBE Retail Experts Kln) haben 2008 harmonisierte Standards und Begriffsabgrenzungen erarbeitet, die eine entsprechende Markttransparenz ermöglichen. Nicht zuletzt wurde dabei eine größenmäßige Unterscheidung zwischen Bau- und Heimwerkermärkten (Objekte ab 1.000 qm beheizbare VF) und Baumarktshops (Fachmärkte mit breitem Sortiment und weniger als 1.000 qm beheizbarer VF) vorgenommen.
Die von der gemaba bereits seit der ersten Strukturuntersuchung des Jahres 1982 zugrundegelegte Baumarkt-Definition setzt im Innenbereich eine VF von mindestens 1.000 qm voraus und entspricht damit weitestgehend dem vom Lenkungsausschuß festgelegten Begriff des Bau- und Heimwerkermarkts. Verlangt wird darüber hinaus ein breites Sortiment, das die Warengruppen Baustoffe, Holz, Eisenwaren, Werkzeuge und Malerbedarf zwingend enthalten muß. Darüber hinaus sollte es im Sortiment nicht zu ausgeprägten Schwerpunktbildungen bestimmter Sortimente kommen, weshalb Fachmärkte generell unberücksichtigt bleiben.
Das von der GfK RT im Auftrag des BHB monatlich durchgeführte Branchenpanel beruht bei vergleichbarer Größe auf einer nur marginal unterschiedlichen Abgrenzung, was auch für das von der BBE-Köln verwendete Datenmaterial gilt.
Per Saldo legen gemaba, BHB, GfK RT und BBE damit ihren jeweiligen Datenerhebungen eine weitestgehend übereinstimmende Definition des Vertriebstyps Bau- und Heimwerkermarkt zugrunde. Die zwischen den Angaben der dieser Institutionen bestehenden Unterschiede sind so gering, da sie die Kompatibilität des Datenmaterials nicht beeinträchtigen.
Die Branchenentwicklung des Jahres 2009 war im Unternehmensbereich nur durch geringfügige Veränderungen gekennzeichnet, die sich im Rahmen von Kooperationswechseln niederschlugen. Innerhalb der führenden Unternehmen kam es allerdings teilweise zu erheblichen personellen Veränderungen, denen entsprechende konzeptionelle Veränderungen folgten, worauf im Rahmen dieser quantitativen Branchendarstellung allerdings nur am Rande hingewiesen sei.
Wie bereits in den Vorjahren, so war auch im abgelaufenen Jahr die zahlenmäßige Entwicklung der Baumärkte leicht rückläufig. Während zum Jahresanfang 2009 insgesamt noch 2.428 Betriebe die notwendigen Anforderungen der verwendeten Baumarkt- Definition erfüllten, lag die Vergleichszahl zum 1.1.2010 nur bei 2.421 Betrieben, so da sich ein saldierter Rückgang von 7 Objekten ergibt.
Weiterhin ansteigend ist die Angebotsfläche, wobei die Innen-VF um gut 200.000 qm zunahm. Bei der gewichteten Verkaufsfläche im Sinne der Definition des BHB (Innenfläche zu 100 %, überdachte Freifläche zu 50 %, offener Außenbereich zu 25 %, Baustoff- Drive in-Bereich zu 50 %) ergab sich eine Flächenzunahme um rd 250.000 qm. Die aggregierte Innen-VF aller Baumärkte beläuft sich auf rd 12.644 Mio qm; die gewichtete Gesamt-VF erreicht eine Größenordnung von rd 13.958 Mio qm. Der durchschnittliche deutsche Baumarkt weist damit jetzt eine Innen-VF von rd 5.220 qm auf; gewichtet liegt die durchschnittliche Betriebsgröße bei rd 5.770 qm.
Entwicklung der Bau- und Heimwerkermärkte 1982 - 2010
|
Entwicklung der Bau- und Heimwerkermärkte 1982 - 2010
|
|
Stichtag
|
Anzahl
|
Verkaufsfläche
|
VF je Baumarkt
|
|
01.08.1982
|
720
|
1.260.000 qm
|
1.750 qm
|
|
01.08.1984
|
930
|
1.710.000 qm
|
1.840 qm
|
|
01.01.1986
|
1.075
|
2.075.000 qm
|
1.930 qm
|
|
01.01.1988
|
1.202
|
2.470.000 qm
|
2.050 qm
|
|
01.01.1990
|
1.386
|
3.100.000 qm
|
2.240 qm
|
|
01.01.1991*
|
1.617
|
3.725.000 qm
|
2.300 qm
|
|
01.01.1992
|
1.830
|
4.460.000 qm
|
2.440 qm
|
|
01.01.1993
|
1.960
|
5.130.000 qm
|
2.620 qm
|
|
01.01.1994
|
2.160
|
5.930.000 qm
|
2.750 qm
|
|
01.01.1995**
|
2.297
|
7.095.000 qm
|
3.090 qm
|
|
01.01.1996
|
2.450
|
8.224.000 qm
|
3.360 qm
|
|
01.01.1997
|
2.560
|
8.977.000 qm
|
3.510 qm
|
|
01.01.1998
|
2.640
|
9.794.000 qm
|
3.710 qm
|
|
01.01.1999
|
2.605
|
10.102.000 qm
|
3.880 qm
|
|
01.01.2000
|
2.605
|
10.606.000 qm
|
4.070 qm
|
|
01.01.2001
|
2.609
|
11.038.000 qm
|
4.230 qm
|
|
01.01.2002
|
2.590
|
11.273.000 qm
|
4.350 qm
|
|
01.01.2003
|
2.570
|
11.524.000 qm
|
4.480 qm
|
|
01.01.2004
|
2.552
|
11.699.000 qm
|
4.580 qm
|
|
01.01.2005
|
2.505
|
11.822.000 qm
|
4.720 qm
|
|
01.01.2006
|
2.495
|
12.035.000 qm
|
4.820 qm
|
|
01.01.2007 ***
|
2460
|
innen
|
12.158.000 qm
|
4.940 qm
|
|
gewichtet
|
13.315.000 qm
|
5.410 qm
|
|
01.01.2008
|
2.438
|
innen
|
12.277.000 qm
|
5.040 qm
|
|
gewichtet
|
13.488.000 qm
|
5.530 qm
|
|
01.01.2009
|
2.428
|
innen
|
12.437.000 qm
|
5.120 qm
|
|
gewichtet
|
13.710.000 qm
|
5.650 qm
|
|
01.01.2010
|
2421
|
innen
|
12.644.000 qm
|
5.220 qm
|
|
gewichtet
|
13.958.000 qm
|
5.770 qm
|
|
* Ab 1991 sind in den Bestandszahlen auch integrierte Baumarktabteilungen von SB- Warenhäusern enthalten, die vorher jeweils separat erfaßt wurden. ** Von 1995 an wurden in den Flächenangaben auch die Innenbereiche angeschlossener Gartencenter mitberücksichtigt. *** bis 2006 nur die Innen-VF; ab 2007 zusätzlich auch die gewichtete VF (Gewichtung: Innen-VF 100 %; überdachte Freifläche 50 %; offene Freifläche 25 %; Drive-in 50 %)
|
|
Quelle: gemaba Lev.-Hitdorf 2010 Weiterverwendung bitte nur mit dieser Quellenangabe !
|
|
Trend zu Großflächen ungebrochen
Obwohl die zahlenmäßigen Veränderungen des Jahres 2009 nur gering waren, lassen sich doch in der Verteilung auf die verschiedenen Betriebsgrößen (Ordnungskriterium ist hier aus methodischen Gründen ausschließlich die Innen-VF) einige Verschiebungen erkennen. So haben die Kleinflächen unter 1.500 qm, die insbesondere in ländlichen Bereichen als lokale Grundversorger über eine entsprechende Akzeptanz verfügen, ihre Position behauptet. Rückgänge hat es in den mittleren Größenklassen zwischen 1.500 und unter 7.400 qm gegeben. Weiterhin ansteigend ist die Bedeutung von Großflächen ab 7.500 qm. In der Größenklasse über 10.000 qm sorgen nicht zuletzt Baustoff-Drive in -Bereiche für ein entsprechendes Flächenwachstum. Momentan entfallen auf Märkte ab 7.500 qm bereits 23 % aller Objekte; die rd 42 % der vorhandenen Verkaufsflächen auf sich vereinen.
Bau- und Heimwerkermärkte 2010: Gliederung nach Betriebsgrößen
|
Bau- und Heimwerkermärkte 2010: Gliederung nach Betriebsgrößen
|
|
Größenklasse (innen VF)
|
Zahl
|
Verkaufsfläche
|
|
|
|
absolut
|
je Baumarkt
|
|
|
|
innen
|
gewichtet
|
innen
|
gewichtet
|
|
1.000 - 1.499 qm
|
211
|
247.100 qm
|
277.900 qm
|
1.171 qm
|
1.317 qm
|
|
1.500 - 2.999 qm
|
425
|
902.800 qm
|
1.006.700 qm
|
2.124 qm
|
2.369 qm
|
|
3.000 - 4.999 qm
|
593
|
2.322.400 qm
|
2.574.900 qm
|
3.916 qm
|
4.342 qm
|
|
5.000 - 7.499 qm
|
639
|
3.890.500 qm
|
4.265.000 qm
|
6.088 qm
|
6.674 qm
|
|
7.500 - 9.999 qm
|
362
|
3.066.400 qm
|
3.355.600 qm
|
8.470 qm
|
9.270 qm
|
|
ab 10.000 qm
|
191
|
2.214.600 qm
|
2.477.600 qm
|
11.595 qm
|
12.972 qm
|
|
gesamt
|
2.421
|
12.643.800 qm
|
13.957.700 qm
|
5.223 qm
|
5.765 qm
|
|
Quelle: gemaba Lev.-Hitdorf 2010 Weiterverwendung bitte nur mit dieser Quellenangabe!
|
|
Betriebsgrößen regional deutlich unterschiedlich
Die größenmäßige Aufgliederung des Bestands auf die einzelnen Bundesländer läßt erhebliche regionale Unterschiede erkennen. Der Trend zu Großflächen in den bevölkerungsstarken Ballungsgebieten zeigt sich besonders deutlich in Berlin, wo 56 % aller Betriebe auf Objekte über mehr als 7.500 qm Innen-VF verfügen. Demgegenüber liegt ihr Anteil in Schleswig-Holstein nur bei 14 %.
Bau- und Heimwerkermärkte 2010 - Größenstruktur nach Bundesländern
|
Bau- und Heimwerkermärkte 2010 - Größenstruktur nach Bundesländern
|
|
Bundesland
|
Anzahl
|
Betriebsgrößenanteil (qm Innen-VF) in %
|
|
|
|
1000-1499
|
1500-2999
|
3000-4999
|
5000-7499
|
7500-9999
|
ab 10000
|
|
Schleswig-Holstein
|
122
|
13
|
24
|
21
|
28
|
9
|
5
|
|
Hamburg
|
30
|
3
|
20
|
10
|
37
|
0
|
30
|
|
Niedersachsen
|
274
|
9
|
22
|
28
|
19
|
15
|
6
|
|
Bremen
|
16
|
0
|
31
|
6
|
25
|
25
|
13
|
|
Nordrhein-Westfalen
|
455
|
5
|
15
|
26
|
27
|
17
|
10
|
|
Hessen
|
164
|
11
|
13
|
30
|
21
|
15
|
9
|
|
Rheinland-Pfalz
|
110
|
9
|
23
|
14
|
23
|
20
|
12
|
|
Baden-Württemberg
|
257
|
9
|
15
|
24
|
22
|
21
|
8
|
|
Bayern
|
355
|
8
|
21
|
26
|
26
|
12
|
6
|
|
Saarland
|
24
|
8
|
8
|
8
|
21
|
21
|
33
|
|
Berlin
|
54
|
7
|
11
|
11
|
15
|
30
|
26
|
|
Brandenburg
|
109
|
10
|
12
|
23
|
34
|
16
|
6
|
|
Mecklenbg-Vorpommern
|
76
|
13
|
20
|
25
|
32
|
7
|
4
|
|
Sachsen
|
166
|
12
|
16
|
28
|
32
|
10
|
3
|
|
Sachsen-Anhalt
|
108
|
7
|
11
|
26
|
40
|
13
|
3
|
|
Thüringen
|
101
|
11
|
21
|
24
|
31
|
12
|
2
|
|
gesamt
|
2421
|
9
|
18
|
24
|
26
|
15
|
8
|
|
Quelle: gemaba Lev.-Hitdorf 2010 Weiterverwendung bitte nur mit dieser Quellenangabe!
|
|
Aggregiert man die Größenstrukturen im Hinblick auf die durchschnittliche Gesamtbetriebsgröße, so bestehen in den einzelnen Bundesländern teilweise erhebliche Abweichungen vom Gesamtwert, der bei rd 5.220 qm Innen-VF bzw. bei rd 5.770 qm gewichteter VF liegt. Die Schwankungsbreite reicht dabei von rd 7.720 qm Innen-VF bzw, rd 8.480 qm gewichteter VF in Berlin bis zu Schleswig-Holstein und Mecklenburg- Vorpommern, wo sich die identischen Vergleichsverkaufsflächen nur auf rd 4.430 qm innen bzw. rd 4.910 qm gewichtet belaufen.
Bau- und Heimwerkermärkte 2010:
|
Bau- und Heimwerkermärkte 2010: Größenstrukturen in den Bundesländern und Regierungsbezirken
|
|
Bundesland bzw. Regierungsbezirk
|
Anzahl Betriebe
|
Gesamtverkaufsfläche
|
VF je Betrieb
|
|
innen
|
gewichtet
|
innen
|
gewichtet
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Schleswig-Holst.
|
122
|
539.900 qm
|
598.900 qm
|
4430 qm
|
4910 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Hamburg
|
30
|
193.500 qm
|
213.200 qm
|
6.450 qm
|
7110 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Niedersachsen
|
274
|
1.331.900 qm
|
1.487.600 qm
|
4.860 qm
|
5.430 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bremen
|
16
|
93.400
|
102.700 qm
|
5.840 qm
|
6.420 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Nordrhein-Westf.
|
455
|
2.554.700 qm
|
2.814.100 qm
|
5.620 qm
|
6.190 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Hessen
|
164
|
855.600 qm
|
942.000 qm
|
5.220 qm
|
5.740 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Rheinhessen-Pfalz
|
41
|
300.000 qm
|
334.000 qm
|
7.320 qm
|
8.150 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Rheinland-Pfalz
|
110
|
624.300 qm
|
701.300 qm
|
5.680 qm
|
6.380 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Baden-Würtemb.
|
257
|
1.404.900 qm
|
1.522.900 qm
|
5.470 qm
|
5.590 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Bayern
|
355
|
1.739.300 qm
|
1.917.500 qm
|
4.900 qm
|
5.400 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Saarland
|
24
|
178.600 qm
|
200.000 qm
|
7.440 qm
|
8.330 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Berlin
|
54
|
416.600 qm
|
457.700 qm
|
7.720 qm
|
8.480 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Brandenburg
|
109
|
581.500 qm
|
648.000 qm
|
5.340 qm
|
5.950 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Mecklenbg.-Vorp.
|
76
|
337.000 qm
|
373.200 qm
|
4.430 qm
|
4.910 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sachsen
|
166
|
784.400 qm
|
861.600 qm
|
4.730 qm
|
5.190 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Sachsen-Anhalt
|
108
|
548.400 qm
|
608.100 qm
|
5.080 qm
|
5.630 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Thüringen
|
101
|
459.800 qm
|
508.900 qm
|
4.550 qm
|
5.040 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
DEUTSCHLAND
|
2.421
|
12.643.800 qm
|
13.957.700 qm
|
5.220 qm
|
5.770 qm
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Quelle: gemaba Lev.-Hitdorf 2010 Weiterverwendung bitte nur mit dieser Quellenangabe!
|
|
Baumarkt-Struktur 2010 I. 8
Versorgungsniveau in den Bundeslndern stark unterschiedlich
Zustzlich zu den reinen Bestandsdaten werden nachfolgend unter Mitbercksichtigung
der jeweiligen Einwohnerzahlen noch ergnzende Agaben zu den Versorgungsgraden
innerhalb der einzelnen Bundeslnder gemacht.
Insgesamt entfallen gegenwrtig in Deutschland jeweils 33.900 Einwohner auf einen
Bau- und Heimwerkermarkt. Mit rd 21.900 Einwohnern hat Mecklenburg-Vorpommer
dabei den dichtesten Besatz. Gegenpol hierzu ist Berlin, wo jeweils rd 65.400 Einwohner
durch einen Bau- und Heimwerkermarkt versorgt werden. Insgesamt besteht damit
eine erhebliche Bandbreite, wobei generell in Gebieten mit einer hohen Bevlkerungsdichte
auch die Zahl der Einwohner je Baumarkt zunimmt.
Deutlich aussagefhiger fr die Bewertung des Versorgungsgrads ist allerdings der
Verkaufsflchenbesatz. Gegenwrtig steht im Bundesdurchschnitt fr je 10.000 Einwohner
eine Innen-Verkaufsflche von rd 1.540 qm und eine gewichtete VF von rd 1.700
qm zur Verfgung, wobei in den neuen Bundeslndern nach wie vor ein erheblicher
Flchenberhang besteht. Spitzenreiter ist dicht gefolgt von Sachsen-Anhalt das Land
Brandenburg mit rd 2.310 qm Innen-VF bzw. rd 2.570 qm gewichteter VF je 10.000
Einwohner. Am Ende dieser Skala liegt Hamburg, wo die Vergleichswerte mit rd 1.090
qm Innen-VF bzw. rd 1.200 qm gewichteter VF nicht einmal halb so hoch liegen.
Die unterschiedlichen Interpretationsmglichkeiten des Datenmaterials sei verdeutlicht
an der Situation in Schleswig-Holstein. Hier weisen die ansssigen Objekte die geringste
durchschnittliche Betriebsgre auf, whrend gleichzeitig innerhalb der alten Bundeslnder
mit rd 1.910 qm Innen- bzw. rd 2.110 qm gewichteter VF je 10.000 Einwohner
die beste Flchenausstattung besteht. Hier werden gerade in den bevlkerungsstarken
Bundeslndern Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Wrttemberg die bundesblichen
Vergleichswerte teilweise sprbar unterschritten.
Setzt man die Flchenausstattungswerte in den einzelnen Bundeslndern und Regierungsbezirken
in direkte Beziehung zum Bundesdurchschnitt (Basiswert 100), so ergibt
sich der Dichte-Index, der sich zwischen Innen-VF und gewichteter VF grundstzlich
nur graduell unterscheidet.
gemaba
Baumarkt-Struktur 2010 I. 9
Bau- und Heimwerkermrkte 2010 - Ausstattung je 10.000 Einwohner
__________________________________________________________________________ _____
Bundesland Einwohner Anzahl Einwohner VF je 10.000 Einwohner
in 1.000 B+H-M je B+H-M innen gewichtet
absolut Index absolut Index
__________________________________________________________________________ ______
Schleswig-Holst. 2.834 122 23.200 1.910 qm 124 2.110 qm 124
Hamburg 1.772 30 59.100 1.090 qm 71 1.200 qm 71
Niedersachsen 7.947 274 29.000 1.680 qm 109 1.870 qm 110
Bremen 662 16 41.400 1.410 qm 91 1.550 qm 91
Nordrhein-Westf. 17.933 455 39.400 1.420 qm 92 1.570 qm 92
Hessen 6.065 164 37.000 1.410 qm 91 1.550 qm 91
Rheinland-Pfalz 4.028 110 36.600 1.550 qm 101 1.740 qm 102
Baden-Wrttemb. 10.750 257 41.800 1.310 qm 85 1.420 qm 84
Bayern 12.520 355 35.300 1.390 qm 90 1.530 qm 90
Saarland 1.030 24 42.900 1.730 qm 111 1.940 qm 114
Berlin 3.432 54 65.400 1.210 qm 79 1.330 qm 78
Brandenburg 2.522 109 23.100 2.310 qm 150 2.570 qm 151
Mecklenbg-Vorp. 1.664 76 21.900 2.030 qm 132 2.240 qm 132
Sachsen 4.193 166 25.300 1.870 qm 121 2.050 qm 121
Sachsen-Anhalt 2.382 108 22.100 2.300 qm 149 2.550 qm 150
Thringen 2.268 101 22.500 2.020 qm 131 2.240 qm 132
__________________________________________________________________________ ____
gesamt 82.002 2.421 33.900 1.540 qm 100 1.700 qm 100
__________________________________________________________________________ _____
Quelle: gemaba Lev.-Hitdorf 2010
Weiterverwendung bitte nur mit dieser Quellenangabe!
Die zusammengestellten Daten geben lediglich eine rein quantitative Darstellung des
Versorgungsniveaus. Zur Beurteilung von Wettbewerbsintensitten oder zur Absicherung
von Standortinvestitionen sind sie demgegenber nur sehr bedingt geeignet, weil
die Faktoren der Nachfrage unbercksichtigt bleiben. Diese werden neben der Kaufkraft
und der Haushaltszusammensetzung insbesondere durch die Baustruktur geprgt.
Erst eine Abwgung zwischen den Ausstattungswerten des Angebots und den Einflufaktoren
der Nachfrage ermglicht im konkreten Fall Rckschlsse auf die Marktchancen
bestimmter Bau- und Heimwerkermrkte. Sie werden im Rahmen der speziellen
gemaba-Auftragsforschung durch den gemaba-DIY-Marktchancen-Index quantifiziert,
der kleinrumig bis auf Kreis oder Gemeindeebene errechnet werden kann.
gemaba
Baumarkt-Struktur 2010 I. 10
Gesamtmarktanteil der Branche erreicht 38 %
Die im "Lenkungsausschu Branchenzahlen" des BHB vertretenen Unternehmen haben
sich im wesentlichen auf eine Zusammenarbeit im Rahmen ihrer jeweiligen Kernkompetenzen
verstndigt. Aus diesem Grund verzichtet die gemaba seit 2007 auf eine
eigene Umsatzermittlung und sttzt sich in ihren Untersuchungen auf die Ergebnisse
des Branchenpanels, das im Auftrag des BHB von der GfK RT durchgefhrt wird. Demnach
erzielten die deutschen Bau- und Heimwerkermrkte im Jahr 2009 ein Brutto-
Umsatzvolumen von rd EUR 17,9 Mrd.
Die fr das Sortiment eines 'typischen' Bau- und Heimwerkermarkts fr 2009 ansetzbaren
einzelhandelsrelevanten Pro-Kopf-Ausgaben sind - basierend auf den neuesten
Berechnungen von BBE Retail Experts Kln - in den letzten Jahren zurckgegangen
und belaufen sich bei Mitbercksichtigung eines branchentypischen Ergnzungsangebots
auf rd EUR 525 pro Jahr. Bercksichtigt man die zustzlich gettigten Branchenumstze
mit Handwerkerkunden, dann knnen pro Einwohner Verbrauchsausgaben
von ca EUR 570 angesetzt werden. Hieraus resultiert innerhalb des gesamten Bundesgebiets
fr Bau-, Heimwerker- und Gartenbedarf sowie branchenbliche Ergnzungssortimente
eine Gesamtnachfrage von ca EUR 46,7 Mrd.
Im Hinblick auf die zwischen den alten und neuen Bundeslndern nach wie vor deutlich
unterschiedlichen Flchenrelationen sei an dieser Stelle ergnzend angemerkt, da -
basierend auf ergnzenden Berechnungen der gemaba - die Baumrkte in den alten
Bundeslndern ein Umsatzvolumen von rd EUR 14,3 Mrd realisieren, dem eine dortige
Nachfrage von rd EUR 39,9 Mrd gegenbersteht, so da sich eine Bindungsquote von
rd 36 % ergibt. Die Nachfrage in den neuen Lndern kann auf rd EUR 6,8 Mrd beziffert
werden, so da bei einem insgesamt generierten Umsatz von rd EUR 3,6 Mrd hier der
Marktanteil mit rd 53 % deutlich hher liegt.
Die Gesamtheit aller deutschen Bau- und Heimwerkermrkte realisierte 2009 einen
Marktanteil von gut 38 %. Diese Quote hat sich seit Jahren trotz betrchtlicher Flchenzuwchse
kaum verndert, wobei seitens der gemaba nach wie vor ein Anteil von ca 40
% als Sttigungsgrenze angesehen wird. Auf die definitorische Abgrenzung des Begriffs
"Bau- und Heimwerkermarkt" wird an dieser Stelle noch einmal ausdrcklich hingewiesen.
gemaba
Baumarkt-Struktur 2010 I. 11
Der typische deutsche Baumarkt 2010
Der typische deutsche Baumarkt des Jahres 2010 verfgt ber eine Innen-VF von rd
5.220 qm, wovon rd 1.100 qm zur Prsentation von Pflanzen und typischen Gartensortimenten
genutzt werden. Zustzlich besteht eine teilberdachte Freiflche von rd
1.500 qm, so da sich eine Gesamtverkaufsflche von rd 6.720 qm ergibt. Im Rahmen
der blichen Flchengewichtung des BHB resultiert hieraus eine gewichtete Verkaufsflche
von rd 5.770 qm. Dabei wird im Durchschnitt ein jhrliches Brutto-Umsatzvolumen
von rd EUR 7,4 Mio abgewickelt. Die aktuelle Flchenproduktivitt der Branche
liegt bei rd EUR 1.420 je qm Innen-VF bzw. rd EUR 1.290 je qm gewichteter VF.
Betreiber- bzw. konzeptabhngig ergeben sich bei den realisierten Raumleistungskennziffern
teilweise erhebliche Abweichungen vom Durchschnitt.
Die fr die Baumarkt-Strukturuntersuchung zugrundegelegten Daten der Baumrkte
werden von der gemaba berwiegend im Rahmen ihrer laufenden Standortanalysettigkeiten
vor Ort ermittelt, was gewhrleistet, da die vorhandenen Verkaufsflchen im
Sinne der verwendeten Baumarkt-Definition bercksichtigt werden knnen. Angaben
aus der Fachpresse oder anderen Verffentlichungen finden primr bei solchen Objekten
Bercksichtigung, die im letzten Quartal des Berichtsjahres erffnet wurden und
deshalb von gemaba-Mitarbeitern noch nicht besucht werden konnten.
Dieser Bericht kann im Internet unter www.gemaba.de abgerufen werden. Weitere
Informationen zur diesjhrigen Baumarkt-Strukturuntersuchung sind bei der gemaba-
Gesellschaft fr Markt- und Betriebsanalyse mbH, Postfach 17 01 07, 51343 Lev-Hitdorf,
Telefon 02173-41395, Fax 02173-40395, email gemaba@freenet.de, erhltlich.
Lev-Hitdorf, 1.3.2010
FM/mm
Hinweis: Nach Ansicht der gemaba hat die Rechtschreibereform vom August 2006 nicht zu einer Verbesserung der
deutschen Sprache beigetragen, weshalb dieser Text in der zuvor geltenden Schreibweise abgefat ist.
|